WAS

Eindeutig zweideutige Mails, scheinbar zufällige Berührungen oder eindeutige Handgreiflichkeiten: Solche Verletzungen der Intimsphäre und des persönlichen Raums passieren jeden Tag. Überall, und besonders häufig am Arbeitsplatz.

Allzu oft werden solche Übergriffe bewusst oder unbewusst übersehen oder stillschweigend toleriert. Eine zumindest fahrlässige Haltung. Denn sexuelle Belästigung hat immer mehr oder weniger gravierende Auswirkungen auf das (Arbeits)leben und (Arbeits)umfeld aller Betroffenen und Beteiligten. Das ist zunächst einmal unabhängig davon, von wem und in welche Richtung die Belästigung ausgeübt wird und ungeachtet dessen, ob bewusst oder unbewusst.

Um es drastisch formuliert auf den Punkt zu bringen:

Wer am Anfang nichts sagt, ist am Ende am Arsch,
auch wenn die Hand nicht direkt am Arsch war.

Hier bieten wir Hilfestellung an, damit nicht erst dann gehandelt wird, wenn die Situation bereits weit fortgeschritten ist. Wir steigen mit unserem Angebot früher ein, um die Chance zu wahren die Situation noch deeskalieren zu können. Dafür ist es unerheblich, ob ich direkt beteiligt bin, etwas beobachte oder nur von einer Situation gehört habe.

Unser Ansatz stützt sich auf drei Schritte:
ERKENNEN – BENENNEN – HANDELN.



ERKENNEN

Nicht immer ist es so offensichtlich, wie wenn die Hand bereits am Arsch ist. Unsere etablierten Normen und Verhaltensregeln erschweren es oft sexuelle Belästigung zu erkennen, zu ungenau ist die rechtliche Definition. Daher ist es wichtig, zunächst für sich selbst zu klären, wo die eigene Grenze verläuft. Jeder darf seine eigene Grenze haben und dann heißt Nein auch Nein.



BENENNEN

Jeder muss die Möglichkeit haben, angstfrei auszusprechen, wenn sie oder er sich sexuell belästigt fühlt und eine Grenze überschritten wurde. Der oder die Beschuldigte muss mit dem Vorwurf konfrontiert werden. Denn nur wenn benannt wird, dass Grenzen überschritten wurden, können sie verstehen, was von ihnen erwartet wird, um dazu beizutragen, die Situation zu deeskalieren.



HANDELN

Hier gibt es grundsätzlich zwei Ansätze:

Man eskaliert die Lage, etwa durch eine Anzeige. Hierzu gibt es bereits zahlreiche Hilfestellungen und Anlaufstellen.

Wir konzentrieren uns mit unserem Angebot auf den zweiten Ansatz, die Deeskalation. Das heißt, eine Möglichkeit die Situation zunächst ohne außenstehende Personen aufzulösen.

Wir wollen Wege aufzeigen, damit Fälle von sexueller Belästigung bereits vor juristischen Schritten geklärt und abgestellt werden können. Voraussetzung dafür ist, dass „Opfer“ und „Täter“ zu Offenheit und Neuanfang bereit sind. Eine solche Bereitschaft wollen wir unterstützen.